Logo white top
Logo white bottom
Home > Online-Magazin > „An solch einem Quatsch will ich mich nicht beteiligen“

06 Aug. 2012

„An solch einem Quatsch will ich mich nicht beteiligen“

Lesezeit: 2 min.

Bad Boll – Der stellvertretende Vorsitzende des Sozialausschusses des Europaparlaments Thomas Mann hat  Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone kritisiert. Ein solcher Schritt berge unkalkulierbare Risiken für die Stabilität des europäischen Wirtschaftsraums: „An solch einem Quatsch will ich mich nicht beteiligen.“ Er mahnte, die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise stärker in den Blick zu nehmen. Mann diskutierte Ende  Juli auf der Tagung „Vertrauen in der Geldwirtschaft“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll.
 
Zuvor hatte der Wirtschaftswissenschaftler Dirk Solte für eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes geworben: „Wir brauchen eine Rückkehr zur Ordnungspolitik.“ Sollte setzte sich für eine produktbezogene Besteuerung des Finanzmarktes ein. Es sei notwendig, die Kreditfähigkeit des Systems wieder herzustellen.

Geordnete Insolvenz von Staaten ermöglichen
Der Wirtschaftswissenschaftler Siegfried Franke warb dafür, ein international anerkanntes System zu entwickeln, das die geordnete Insolvenz eines Staates möglich macht. Von diesem Weg verspreche er sich mehr als von der Rettung bankrotter Länder durch Rettungsschirme. Außerdem sollten Banken nach den Geschäftsfeldern Kredite und Investment getrennt werden, damit das Geld normaler Sparer nicht für hochriskante Spekulationen eingesetzt werden könne. Ohne diese Trennung bestehe die Gefahr, dass die Europäische Union pleitegehe.

Zerschlagung von Großbanklen löst Probleme nicht
Die gegenteilige Auffassung vertrat Hans-Joachim Strüder, Vorstandsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg. Angesichts der zunehmenden Globalisierung brauchten Großunternehmen und Konzerne immer größere, international agierende Banken. Die Zerschlagung von Großbanken könne die Probleme nicht lösen.

Ökologische und soziale Verantwortung der Banken
Frank Diegel, Vorstandsmitglied der Evangelischen Kreditgenossenschaft, einer der größten Genossenschaftsbanken, setzte sich für eine stärkere ethische Ausrichtung der Geldwirtschaft ein. Die Banken hätten neben der ökonomischen immer auch eine soziale und ökologische Verantwortung.

Der Finanzdezernent der Landeskirche in Württemberg, Oberkirchenrat Martin Kastrup, warnte vor einem Schwarz-Weiß-Denken bei der Geldanlage. Man lebe in einer «Welt der Grautöne», in der man sich von fragwürdigen Investitionen nicht vollständig fernhalten könne. Die Kirche habe bei ihren Investments die Aufgabe, einerseits ethische Kriterien zu berücksichtigen, andererseits ihr Geld so anzulegen, dass sie ihre Aufgaben erfüllen könne. mehr

zurück
  • Beteiligte der Flüchtlingsschutztagung 2026
  • Titelbild der Veranstaltung "Landespolitik im Jugend-Check", Frau mit Lupe© Roman Gorielov, shutterstock.com
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in blau
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in weiss
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in korallenrot
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in blau
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in weiss
  • Icon des Podcasts HörRäume der Evangelischen Akademie Bad Boll in korallenrot