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18 Mai 2020

Unsere Zukunft ist jetzt

Lesezeit: 3 min.

Machen Sie das wirklich mal: Nehmen Sie eine gemütliche Position ein, schließen Sie die Augen und atmen Sie tief durch. Es ist so einfach wie wirksam.

Und jetzt zurück zur Dystopie: Angesichts der gegenwärtigen Veränderungen und Unsicherheiten haben dystopische Filme, Serien und Bücher Hochkonjunktur. Viele Menschen flüchten sich in fiktive Welten, begleitet von einem diffusen Gefühl, keinen großen Einfluss auf den Verlauf der Dinge zu haben. Mir geht das manchmal so – nicht nur in der aktuellen Corona-Krise, sondern auch bei anderen Themen. Es ist einfach frustrierend:  Wie kann ich beispielsweise zu einer gerechten und nachhaltigen Zukunft beitragen, wenn beim „Auto-Gipfel“ hinter verschlossenen Türen Milliarden-Maßnahmen zur Rettung eines längst überholten Mobilitäts- und Wirtschaftssystems diskutiert werden?

Einige Menschen geraten mit ihrem Frust unter die dystopischen Einflüsse von politisch extremen Richtungen. Die große Mehrheit weiß allerdings, dass darin keine Lösung zu finden ist, sondern nur Gefahren lauern.

Doch was können wir tun?

Bei all den Meldungen über schreckliche Entwicklungen und polarisierende Meinungen wird leicht übersehen, dass es bereits einen großen Schatz an solidarischen und nachhaltigen Initiativen gibt. Schon jetzt. Sicherlich gibt es dafür auch in Ihrem Leben einige Beispiele. Wir müssen uns das aber immer wieder bewusst machen. Zu Beginn einer Krise klappt das meist ganz gut – wie auch bei der Corona-Pandemie – allerdings wird die anfängliche Solidarität schnell wieder durch andere Meldungen und Themen überlagert. Daher gilt auch jetzt: Es gibt eine große Mehrheit an Menschen, die solidarisch in Nächstenliebe Gutes tun! Das zu betonen ist zwar banal, aber wichtig.

Also können wir uns jetzt selbstzufrieden zurücklehnen?

Ab und an ist das tatsächlich auch mal nötig und möglich. Aber darauf will ich hier nicht hinaus. Stattdessen möchte ich aufzeigen, dass es nie vergebens ist, für eine bessere Zukunft einzustehen. Denn auch wenn es sich nicht immer so anfühlt, es gibt unzählige Menschen, die gemeinsam danach streben. Wegen der Corona-Einschränkungen bekommen wir das vielleicht manchmal nicht mit, weil die Abstände zueinander größer geworden sind. Die Potentiale der Digitalisierung können dabei nicht alles ausgleichen, aber einiges überbrücken. Die Aktivist_innen von Fridays for Future haben das bereits eindrucksvoll bewiesen und eine Dynamik ausgelöst, die mehr als nur hoffnungsvoll stimmt. Diese Dynamik ist durch die Corona-Krise nicht einfach weg und ihre Ursachen sind gleichbleibend aktuell. Was können wir also jetzt tun, um nachhaltiges Leben und Klimaschutz entgegen einer vermeintlichen Corona-Ohnmacht weiterhin voranzubringen?

Eine kurze Liste von Beispielen soll Anstoß geben und aufzeigen, was alles möglich ist, vor Ort oder auch online.  Allerdings bietet sie nur einen winzigen Ausschnitt einer bunten Landschaft an kreativen, solidarischen Ideen für eine nachhaltige Zukunft – schon jetzt.

Haben Sie noch Ideen oder möchten Sie mich auf Ihre Initiativen aufmerksam machen? Dann schicken Sie mir eine E-Mail an Joerg.Bohn@EV-Akademie-Boll.de. Ich bin gespannt auf Ihre Beiträge.

Jörg Bohn ist seit 2019 Studienleiter im Themenbereich „Wirtschaft, Globalisierung, Nachhaltigkeit“ an der Evangelischen Akademie Bad Boll. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Umwelt, Nachhaltigkeit sowie Technologie.

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